Geschichte

 

Madrid gilt als Herz Spaniens und hat eine über 1000 Jahre alte Geschichte, die von der maurischen Eroberung bis hin zur spanischen Kulturbewegung in den 1970er Jahren nach dem Tod Francos reicht. Geschichtlich hat die Stadt also einiges zu bieten:

 

Zwischen den Jahren 852 bis 886 wurde eine maurische Burg (Alcázar) an der Stelle des heutigen Madrider Königspalastes errichtet. Die umgebende Anlage wurde magerit genannt, ab 939 Madschrít. Rund 150 Jahre später, im Jahr 1083, wurde Madrid kastillisch. Der Almoravid Jusuf belagerte die Stadt 1109, jedoch scheiterte er an den starken Befestigungswällen der Stadt. Ein kleiner Teil dieser aus der arabischen Herrschaftszeit über Spanien stammenden Stadtmauern ist neben der alten Kathedrale immer noch erhalten. Madrid war auch der Ort, an dem 1309 die erste Zusammenkunft des Cortes de Castilla (Kastillischen Städteparlament) unter Fernando IV. stattfand.

 

Mit der Verlegung des Parlaments und der Residenz von Toledo nach Madrid im Jahr 1561, erlebte die Stadt unter Felipe II. einen enormen Aufstieg: 1588 wurde sie faktisch zur offiziellen Hauptstadt Spaniens. Abgesehen von kleinen Unterbrechungen von 1601-1606 blieb sie dies bis zum heutigen Tag. Der Teil von Madrid, der unter den Spanischen Habsburgern errichtet wurde, nennt sich bis heute „El Madrid de los Austrias“ (Das Madrid der Österreicher). In dieser Zeit wurden zahlreiche Bauwerke erbaut: die Puerta del Sol, das Descalzas Reales, Palacio de Uceda, die Plaza de la Villa, die Kathedrale von San Isidro sowie die Plaza Mayor.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts herrschte in Spanien der Spanische Erbfolgekrieg, 1706 folgte die englische und portugiesische Besetzung. Unter der Herrschaft Napoleons wurde Madrid zwischen 1808 bis 1813 von den Franzosen besetzt, wobei Napoleons Bruder Joseph König wurde. Ganze Stadtviertel und alte Klöster wurden zu dieser Zeit niedergerissen, um neue Plätze zu schaffen. Mit dem Aufstand vom 2. Mai 1808 wurden weitere Erhebungen im gesamten Land hervorgerufen, in Madrid ist der 2. Mai daher heute arbeitsfreier Stadtfeiertag.

 

Zwischen den Jahren 1833 bis 1876 fanden die Karlistenkriege statt. Eine schlimme Choleraepidemie wütete dabei in der Stadt, was zu vielen Toten führte. 1873 wurde vom liberalen Politiker und Schriftsteller Emilio Castelar die erste Republik ausgerufen, die jedoch 1923 von der Militärdiktatur unter General Miguel Primo de Rivera beendet wurde. Am 14. April 1931 startete man einen zweiten Versuch und rief in Madrid die Zweite Republik aus. Im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 blieb Madrid bis zum 28. März, republikanisch. Deswegen erlitt die Stadt schwere Zerstörungen durch deutsche und italienische Bombardements. Nachdem sich die Nationalisten durchgesetzt hatten, prägte Francos Diktatur bis 1975 die Stadt.

 

Im Jahre 1975, nach dem Tod Francos, gab es in Madrid die so genannte Kulturbewegung (Movida madrileña). Dabei wurde Juan Carlos I. König und leitete die Transición, die Demokratisierung des Landes ein. Jedoch wurde diese am 23. Februar 1981 durch einen Putschversuch einiger Offiziere der Guardia Civil und des Militär gefährdet. Den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ erhielt Madrid 1992.

 

 

 

 

 

Spanisch lernen

Lernen sie vor Ort Spanisch zu sprechen, indem Sie einen Sprachaufenthalt in einem spanischsprachigen Land unternehmen.